Agnieszka Lessmann und Frank Olbert präsentieren ihre Buchpremieren in Köln


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Ein literarischer Dialog über das verschwundene jüdische Köln
Am 12. November 2026 begegnen sich im Interim der Zentralbibliothek Köln zwei eigenständige Bücher, die miteinander in einen eindringlichen Dialog treten: Agnieszka Lessmann präsentiert ihren Gedichtband Schieferbruchverse, Frank Olbert stellt den historischen Essay Das verschwundene Viertel vor. Die Buchpremiere verbindet poetische Sprachkunst mit kulturhistorischer Recherche und eröffnet einen vielschichtigen Blick auf jüdisches Leben in Köln.
Archäologie in Gedichten
Agnieszka Lessmanns Gedichtzyklus folgt zwei parallelen Erkundungen. Im Zentrum stehen die archäologischen Ausgrabungen des mittelalterlichen jüdischen Viertels in Köln und die persönliche Suche nach der Bedeutung jüdischer Herkunft. Schieferbruchstücke, hebräische Schriftspuren und Erinnerungsfragmente werden zu poetischen Resonanzräumen, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart überlagern.
Lessmann arbeitet als Lyrikerin, Hörspiel- und Romanautorin. Ihre literarische Qualität entsteht aus der präzisen Verbindung von persönlicher Wahrnehmung, historischer Erfahrung und einer konzentrierten, bildreichen Sprache. Die Arbeit an Schieferbruchverse wurde vom Deutschen Literaturfonds gefördert.
Ein Essay über Geschichte und Erinnerung
Frank Olberts Das verschwundene Viertel widmet sich der Geschichte des Kölner und des gesamten aschkenasischen Judentums. Der Essay untersucht die Grundlagen des europäischen Antijudaismus und führt vor Augen, wie historische Räume durch Auslöschung, Überlieferung und neue Erinnerungskultur geprägt werden.
Olbert war Kulturjournalist und Feuilletonchef des Kölner Stadt-Anzeiger. Seine publizistische Perspektive verbindet historische Einordnung mit der Genauigkeit literarischer Beobachtung. Gemeinsam mit Lessmann entsteht eine Lesung, in der Essay und Lyrik nicht nebeneinanderstehen, sondern sich gegenseitig befragen.
Eine Reise durch die Zeitschichten Kölns
Die Lesungs-Atmosphäre verspricht ein intensives literarisches Erlebnis: Stimme, Rhythmus und historische Recherche führen durch die Zeitschichten des mittelalterlichen jüdischen Viertels bis in die Erinnerungsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage, wie antisemitische Gewalt in Biografien fortwirkt und welche Sprache Erinnerung finden kann.
Die Buchpremiere wird vom Literatur-in-Köln-Archiv in Kooperation mit der Buchhandlung Klaus Bittner und Germania Judaica veranstaltet. Literaturinteressierte erleben eine Autor-Begegnung, die Lyrik, Essay, Stadtgeschichte und kulturellen Diskurs miteinander verbindet.
Fazit: Literatur als Form des Erinnerns
Diese Lesung führt vor, wie literarische Sprachkunst historische Räume neu erfahrbar macht. Agnieszka Lessmann und Frank Olbert eröffnen einen Abend zwischen Gedicht, Essay und Erinnerungskultur. Wer Kölns jüdische Geschichte aus einer poetischen und zugleich analytischen Perspektive erleben möchte, findet hier eine besondere Buchpremiere mit nachhaltiger Wirkung.
Offizielle Kanäle von Agnieszka Lessmann und Frank Olbert:
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- Verlag: https://www.gansverlag.de/veranstaltungen/










