Tobias Lehmkuhl stellt in Köln Irmgard Keuns bewegtes Leben vor


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Irmgard Keun: Eine literarische Biografie zwischen Ruhm, Exil und Wiederentdeckung
Am Donnerstag, 5. November 2026, lädt die Interim Zentralbibliothek Köln zu einer Buchvorstellung über Irmgard Keun ein. Tobias Lehmkuhl präsentiert seine neue Biografie Keine von uns: Das Leben der Irmgard Keun; Gisa Funck begleitet den Abend als Literaturkritikerin und Gesprächspartnerin.
Eine Schriftstellerin mit unverwechselbarer Stimme
Irmgard Keuns frühe Romane Gilgi – eine von uns und Das kunstseidene Mädchen machten sie Anfang der 1930er-Jahre über Nacht bekannt. Ihre Protagonistinnen bewegten sich durch die moderne Großstadt, zwischen beruflicher Selbstbehauptung, gesellschaftlichen Erwartungen und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben. Keuns Stil verband sprachliche Direktheit, Tempo und feine soziale Beobachtung.
Literatur im Schatten der Geschichte
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden Keuns Bücher verboten. Die Autorin emigrierte nach Amsterdam, wo sie eine Beziehung mit Joseph Roth führte und Freundschaften mit Heinrich Mann und Stefan Zweig pflegte. 1940 kehrte sie nach Köln zurück. Lehmkuhls Biografie verfolgt diese Brüche ebenso wie Keuns schwierige Nachkriegsjahre und die spätere Wiederentdeckung ihres Werks durch die Frauenbewegung.
Eine erzählerische Annäherung an ein bewegtes Leben
Tobias Lehmkuhl entfaltet Irmgard Keuns Biografie in ihrer historischen, persönlichen und literarischen Vielschichtigkeit. Der Abend verbindet Buchvorstellung, Lesung und literaturkritische Einordnung. Im Mittelpunkt steht eine Autorin, deren Werk von der Weimarer Republik über die NS-Zeit bis zur Bundesrepublik reicht und bis heute Fragen nach weiblicher Selbstbestimmung, Öffentlichkeit und kulturellem Gedächtnis stellt.
Literarische Kompetenz auf dem Podium
Tobias Lehmkuhl arbeitet als freier Journalist und schreibt unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Deutschlandfunk Kultur. 2017 erhielt er den Berliner Preis für Literaturkritik. Gisa Funck ist als Literaturkritikerin und Autorin für Deutschlandfunk und WDR tätig und lebt in Köln. Gemeinsam versprechen beide eine kenntnisreiche Autor-Begegnung mit historischer Tiefe und literarischer Präzision.
Fazit: Ein Abend für die Wiederentdeckung einer großen Stimme
Die Lesungs-Atmosphäre in der Interim Zentralbibliothek eröffnet einen unmittelbaren Zugang zu Irmgard Keuns Leben und Werk. Besucherinnen und Besucher erleben eine literarische Biografie, die Sprachkunst, Zeitgeschichte und persönliche Tragik miteinander verbindet. Wer Keuns Romane kennt oder ihre Bedeutung für die deutschsprachige Literatur entdecken möchte, findet hier ein konzentriertes literarisches Erlebnis.
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