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Ticketing-Reform beim 1. FC Köln

1. FC Köln koppelt Dauerkarten an Mitgliedschaft: 5000 Inhaber müssen bis Ende Juli nachziehen

Der 1. FC Köln stellt sein Dauerkarten-System um: Ab der Saison 2026/27 soll eine Dauerkarte nur noch mit Vereinsmitgliedschaft möglich sein. Für rund 5000 aktuelle Dauerkarteninhaber ohne Mitgliedschaft wird die Entscheidung damit konkret – sie müssen beitreten, um ihr Ticket zu behalten.

Grundlage ist nach Angaben des Klubs eine Mitgliederumfrage aus dem April. Demnach beteiligten sich 18 000 Personen, 72 Prozent stimmten dafür, Dauerkarten künftig verbindlich an eine Mitgliedschaft zu knüpfen. Der FC setzt dieses Votum nun in eine Regel um: Wer als Dauerkarteninhaber nicht Mitglied ist und nicht nachzieht, verliert das Anrecht; frei werdende Plätze sollen an Fans auf der Warteliste gehen.

Mitgliedschaft wird zur festen Bedingung

Der Verein hat die betroffenen Dauerkarteninhaber nach eigenen Angaben bereits angeschrieben. Bis zum 15. Juni sollen sie sich entscheiden, spätestens bis zum 31. Juli muss die Mitgliedschaft abgeschlossen sein. Für Erwachsene beziffert der FC den Jahresbeitrag auf 92 Euro.

Der Klub begründet den Schritt vor allem mit dem Andrang und der internen Priorisierung. In einer Vereinsmitteilung heißt es: „Als Verein mit mehr als 165 000 Mitgliedern, die zum Teil seit vielen Jahren auf der Warteliste für Dauerkarten stehen, werden wir unserer Verantwortung gerecht und binden auf Basis des Umfrageergebnisses alle Dauerkarten ab der Saison 2026/27 an eine Mitgliedschaft.“ Der FC hatte im Januar zudem selbst eine Mitgliederzahl von 160 000 kommuniziert – die aktuelle Einordnung nimmt er nun mit „mehr als 165 000“ vor.

Warteliste als Druckpunkt: über 45 000 registrierte Fans

Die Maßnahme richtet sich weniger gegen einzelne Fan-Gruppen als gegen ein strukturelles Problem: Es gibt deutlich mehr Interessenten als Plätze. Nach Vereinsangaben stehen inzwischen über 45 000 Fans auf der Warteliste für eine Dauerkarte. Bei einer begrenzten Anzahl an Dauerkarten wird die Mitgliedschaft damit zum entscheidenden Filter – nicht als Bonus, sondern als Zugangsvoraussetzung.

Der FC spricht in diesem Zusammenhang von Fairness und Transparenz. Die Anpassung solle eine „faire und transparente Vergabe von Dauerkarten“ sichern, die sich viele Mitglieder gewünscht hätten. In der praktischen Konsequenz bedeutet das: Wer bisher eine Dauerkarte ohne Vereinszugehörigkeit hält, muss sich künftig dem Mitglieder-System unterwerfen – andernfalls rückt die Warteliste nach.

Auch die Nutzungspflicht wird angezogen

Parallel verschärft der Klub die Regeln für die Verwendung der Dauerkarte. Die Mindestnutzung steigt von bislang zwölf auf 14 Heimspiele. Als „Nutzung“ zählt dabei nicht nur der Stadionbesuch, sondern auch die private Weitergabe sowie der Verkauf über die Ticketbörse.

Die Stoßrichtung ist klar: Der FC will verhindern, dass Plätze trotz hoher Nachfrage leer bleiben, und die vorhandenen Kontingente stärker in den tatsächlichen Stadionbetrieb bringen. Zusammen mit der neuen Mitgliedschaftsbindung verändert der Verein damit zwei zentrale Stellschrauben gleichzeitig – wer eine Dauerkarte haben darf und wie regelmäßig sie eingesetzt werden muss. Für die 5000 betroffenen Inhaber ohne Mitgliedschaft ist das keine Grundsatzdiskussion mehr, sondern eine Entscheidung mit Fristen und eindeutiger Folge.

Häufig gestellte Fragen

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