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Kölner Sportstätten vor wichtigen Entscheidungen

Kölns Sport-Stau soll enden: FC, Fortuna und Viktoria stehen vor entscheidenden Weichenstellungen

In Köln kommt Bewegung in mehrere lange blockierte Sportstätten-Projekte. Beim 1. FC Köln, Fortuna Köln und Viktoria Köln verdichten sich in den kommenden Wochen und Monaten Entscheidungen, die Training, Infrastruktur und den Spielbetrieb unmittelbar betreffen – und zugleich zeigen, wie eng Fortschritte in der Stadt an Genehmigungen, Mehrheiten und Finanzierungsfragen gekoppelt sind.

FC: Urteil, Bauplan – und sofort der Kampf um Ausweichflächen

Oliver Seeck (SPD), Vorsitzender des Sportausschusses der Stadt Köln und Aufsichtsratsvorsitzender der Kölner Sportstätten (KSS), macht die Tragweite des Termins am 11. Juni deutlich: „Es geht darum, ob der FC auf den Gleueler Wiesen drei Fußballplätze bauen darf.“

Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens rückt bereits jetzt ein praktischer Engpass in den Fokus: Mit dem Bau des Leistungszentrums würde der Kunstrasenplatz neben dem Franz-Kremer-Stadion wegfallen. Damit entsteht sofort zusätzlicher Druck, Trainingskapazitäten zu sichern – nicht nur für den Profibereich, sondern auch für Nachwuchs- und Anschlussnutzungen.

Seeck kündigt an, die Stadt wolle nach dem 11. Juni schnell verbindlich werden: „Wir wollen direkt nach dem 11. Juni für Klarheit sorgen und dann mindestens zwei Satellitenplätze zur Verfügung stellen.“ Als Optionen nennt er:

  • einen Platz am Fort VI am Decksteiner Weiher, der zu einem Kunstrasenfeld umgebaut werden soll
  • eine nahegelegene Kampfbahn mit Naturrasen, die in ein Kunstrasenfeld umgewandelt und zusätzlich mit Flutlicht ausgestattet werden könnte

Genau an dieser Stelle wird das politische Grundproblem sichtbar, das viele Projekte in Köln bremst: Der Bedarf ist anerkannt, die Flächen sind benannt – aber die Mehrheiten sind nicht gesichert. Seeck sagt offen: „Dafür gibt es im Rat aber keine Mehrheit.“ In der Debatte spielen nach Angaben aus dem politischen Raum unter anderem Einwände der Grünen eine Rolle, etwa wegen zusätzlicher Versiegelung von Grünflächen und wegen des geplanten Flutlichts. Für den FC bedeutet das: Selbst wenn ein Bauprojekt grundsätzlich beschlossen ist, entscheidet die Verfügbarkeit der Ausweichplätze mit darüber, ob der Zeitplan realistisch bleibt.

Fortuna Köln: Mehr Trainingsplätze – und ein Südstadion, das 3.-Liga-Standards erfüllen muss

Auch bei Fortuna Köln ist der Handlungsdruck hoch. Seeck fasst die Lage der beiden Kölner Drittligisten so zusammen: „Bei beiden Stadien gibt es einen Sanierungsstau.“

Für Fortuna geht es zunächst um Trainingsflächen im Jean-Löring-Sportpark. „Fortuna benötigt mehr Trainingsplätze“, sagt Seeck. Die Engpässe reichen bis in den Nachwuchs: „Teilweise müssen die Kinder weit entfernt in Bocklemünd trainieren.“ Am Sporthof Süd zeichnet sich nach seinen Angaben eine Lösung ab – „kurz vor einer Einigung“.

Parallel dazu stehen im Südstadion konkrete Modernisierungsschritte an:

  • Überdachung der Tribüne auf der Gegengerade (Baugenehmigung liegt vor)
  • Modernisierung der Flutlichtanlage nach TV-Auflagen für die 3. Liga

Bei der Finanzierung suchen KSS und Verein nach seiner Darstellung derzeit einen Kompromiss. Der Kernkonflikt ist typisch für kommunale Stadien: Bauliche Anforderungen aus dem Spielbetrieb treffen auf begrenzte Budgets und die Frage, wer welche Standards bezahlen soll.

Viktoria Köln: Sanierungsbedarf im engen Korsett des Naturschutzes

Im Sportpark Höhenberg stellt sich die Situation anders dar – aber nicht weniger kompliziert. Seeck betont die Rahmenbedingungen: Weil der Sportpark in einem Naturschutzgebiet liegt, seien größere bauliche Veränderungen „sehr schwierig umzusetzen“. Damit verschiebt sich der Fokus zwangsläufig von großen Umbauplänen auf das, was unter rechtlichen und naturräumlichen Vorgaben überhaupt machbar ist.

Trotzdem bleibt der Sanierungsbedarf akut. „Auch hier ist die nicht überdachte Tribüne ein großes Thema, was gerade mit der KSS besprochen wird“, sagt Seeck. Für Viktoria bedeutet das: Verbesserungen sind zwar möglich, werden aber voraussichtlich in kleineren, genehmigungsfähigen Schritten gedacht werden müssen – mit entsprechend längeren Abstimmungs- und Entscheidungswegen.

Ein Muster zieht sich durch alle drei Fälle

Übergreifend zeigt sich ein einheitliches Bild: In Köln sind Projekte in Bewegung, aber die entscheidenden Hürden liegen im Detail – bei Gerichtsterminen, Ratsmehrheiten, Umweltauflagen, Flächenkonflikten und Finanzierungsmodellen.

Beim 1. FC Köln ist mit dem beschlossenen Leistungszentrum ein zentraler Schritt getan, gleichzeitig erhöht der drohende Wegfall eines Platzes den Druck, schnell belastbare Ausweichflächen zu schaffen.

Fortuna braucht zusätzliche Trainingsmöglichkeiten und muss das Südstadion weiter in Richtung Drittligatauglichkeit entwickeln.

Viktoria wird durch die Lage im Naturschutzgebiet ausgebremst und muss Sanierung und Modernisierung innerhalb enger Grenzen verhandeln.

Köln arbeitet an mehreren Baustellen gleichzeitig. Beschlüsse, Genehmigungen und Gespräche laufen – gelöst ist der Sportstätten-Stau damit noch nicht.

Häufig gestellte Fragen

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