DFB-Frauen lösen WM-Ticket in Köln
DFB-Frauen lösen WM-Ticket: 2:0 gegen Norwegen in Köln
Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat mit einem 2:0 (2:0) gegen Norwegen das WM-Ticket gelöst und den Gruppensieg in der Qualifikation perfekt gemacht. Vor 33.425 Zuschauerinnen und Zuschauern in Köln legte das Team mit zwei Treffern vor der Pause die Basis: Debütantin Marie Müller traf in der 18. Minute, Carlotta Wamser erhöhte in der 27. Minute. In der zweiten Halbzeit geriet Deutschland phasenweise unter Druck – Torhüterin Ann-Katrin Berger hielt den Vorsprung mit mehreren Paraden fest.
Lea Schüller sagte nach Abpfiff: „Ich freue mich riesig. Wir sind einfach glücklich und haben ein gutes Spiel gemacht.“
Frühe Effizienz gibt den Takt vor
Deutschland startete dominant, mit klarer Haltung gegen einen zunächst abwartenden Gegner. Auffällig: Sjoeke Nüsken führte die Auswahl erstmals als Kapitänin aufs Feld – in einer Partie, in der es um maximale Kontrolle ging. Die Ausgangslage war personell nicht ideal: Giulia Gwinn fehlte verletzt, Janina Minge gesperrt. Umso wichtiger wurde, dass Deutschland in den ersten entscheidenden Momenten seine Abläufe sauber durchspielte – und die Chancen kompromisslos nutzte.
Das 1:0 war ein Musterbeispiel für Tempo und Präzision: Wamser öffnete mit einem Pass den Raum, Klara Bühl setzte sich über den Flügel durch, Linda Dallmann bekam in der Mitte noch den entscheidenden Kontakt – und dahinter stand Müller richtig. Für die Debütantin war es ein Einstand, der nicht nur statistisch wirkt: Sie brachte auf der rechten Seite sofort Präsenz, Mut und Timing in die Laufwege. Dass Müller schon als Kind öffentlich davon sprach, irgendwann Bundesliga und Nationalmannschaft spielen zu wollen, wirkt im Rückblick wie eine lange Linie – in Köln wurde sie sportlich greifbar.
Beim 2:0 blieb Deutschland seiner Logik treu: schnelles Andribbeln, klare Entscheidung. Dallmann trieb den Ball durch die norwegische Hälfte, legte am Strafraum für Wamser ab, die den Abschluss direkt ins lange Eck setzte. Wamser, die bei Bayer 04 Leverkusen auf den Außenbahnen flexibel eingesetzt wird, zahlte damit auch auf internationaler Bühne ein: dynamisch im Antritt, konsequent im letzten Drittel, ohne den defensiven Auftrag aus dem Blick zu verlieren.
Vor der Pause gab es dennoch ein Warnsignal. Signe Gaupset traf in der 42. Minute zum vermeintlichen Anschlusstreffer, doch der Treffer zählte wegen Abseits nicht. In der WM-Qualifikation gibt es keinen Videobeweis – Entscheidungen dieser Art bleiben damit endgültig und erhöhen den Druck auf Konzentration und Abstimmung.
Berger als Stabilitätsfaktor, als das Spiel kippt
Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Bild. Norwegen kam häufiger in die gefährlichen Zonen, Deutschlands defensive Stabilität aus der Anfangsphase war nicht durchgehend vorhanden. In dieser Phase wurde Berger zur Schlüsselfigur. Die Torhüterin, die nach einer Bauchverletzung rechtzeitig wieder einsatzfähig geworden war, parierte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gegen Lisa Naalsund – und nach der Pause unter anderem gegen Caroline Graham Hansen sowie gegen Elisabeth Terland (54.). Diese Sequenzen waren mehr als nur einzelne Rettungstaten: Sie verhinderten, dass Norwegen über ein frühes Tor emotional ins Spiel findet und Deutschland in einen offenen Schlagabtausch gezwungen wird.
Bundestrainer Christian Wück reagierte in der 66. Minute mit Offensiv-Wechseln. Danach gelang es Deutschland wieder besser, die Partie weiter weg vom eigenen Strafraum zu halten.
Dallmann kam nach einem Solo in der 73. Minute nicht gefährlich genug zum Abschluss, Bühl prüfte Norwegens Torhüterin Cecilie Fiskerstrand in der 81. Minute mit einem wuchtigen, aber zu unplatzierten Schuss. Insgesamt brachte Deutschland den Vorsprung in der Schlussphase kontrolliert über die Zeit – der Sieg wirkte unaufgeregt, auch weil Norwegen trotz Druckphasen nicht zum klaren Durchbruch kam.
Bedeutung für die Qualifikation – und ein ruhigerer Blick nach Ljubljana
Der Erfolg ist auch deshalb wichtig, weil Deutschland die Qualifikation mit dem 0:0 in Österreich zuletzt wieder enger gemacht hatte. Mit dem Heimsieg ist der erste Platz in der Gruppe nun gesichert; die WM-Reise nach Brasilien kann geplant werden. Norwegen bleibt dagegen nur der Weg über die Playoffs.
Für Deutschland geht es am Dienstag um 18 Uhr zum letzten Länderspiel vor der Sommerpause nach Ljubljana. Die Ausgangslage ist dann eine andere: weniger Rechendruck, mehr Raum, um Abläufe zu festigen – und Erkenntnisse aus diesem Abend mitzunehmen. Denn das 2:0 zeigte beides: wie effektiv Deutschland Spiele früh in die gewünschte Richtung lenken kann – und wie entscheidend es in den Druckphasen wird, Stabilität über Struktur und über eine starke Torhüterin abzusichern.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- https://www.ndr.de/sport/fussball/dfb-frauen-loesen-mit-sieg-gegen-norwegen-wm-ticket,dfb-frauen-314.html, 06.06.2026
- https://www.dfb.de/news/germany-secure-world-cup-spot-with-2-0-win-over-norway
- https://www.dfb.de/news/wueck-ein-komplexes-gebilde
- https://datencenter.dfb.de/datencenter/wm-qualifikation-europa-1505/2026-2027/gruppe-a-4/slowenien-deutschland-2412853

