An Erminig

An Erminig

Quelle: Wikipedia

An Erminig: Bretonische Musik mit Herz, Handwerk und jahrzehntelanger Bühnenpräsenz

Eine deutsche Gruppe, die die Bretagne in den deutsch-französischen Grenzraum trägt

An Erminig ist eine deutsche Gruppe der bretonischen Musik, deren Name auf das Hermelin verweist, ein heraldisches Symbol der Bretagne. Seit der Gründung 1975 verbindet das Ensemble kulturelle Neugier, stilistische Genauigkeit und eine bemerkenswerte Kontinuität in seiner Musikkarriere. Aus einer regionalen Folk-Initiative wurde eine Formation, die über Jahrzehnte hinweg als Botschafterin bretonischer Klangtraditionen im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus wahrgenommen wird. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/An_Erminig?utm_source=openai))

Die Geschichte von An Erminig beginnt in Bonn und führt bald in den deutsch-französischen Grenzraum Saarland/Lothringen sowie ins bretonische Morbihan. Diese geografische Bewegung prägte nicht nur die Biografie der Gruppe, sondern auch ihre musikalische Identität: zwischen Recherche, Praxis und einer tiefen Bindung an die Folkmusik der Bretagne. Das Repertoire entwickelte sich aus traditionellem Liedgut, Tanzmusik und Eigenkompositionen zu einem Programm, das sowohl Fachpublikum als auch Fest-noz-Begeisterte anspricht. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/die-geschichte/))

Biografie: Von Bonn in die Bretagne und zurück auf die Festivalbühnen

1975 gründeten Barbara Gerdes, Andreas Derow und Hans Martin Derow die Gruppe in Bonn. Bereits ein Jahr später erfolgte der Umzug in die Grenzregion Saarland/Lothringen, wo An Erminig ihre künstlerische Heimat fand und sich eng mit der regionalen Folk- und Weltmusikszene vernetzte. Früh übernahm die Band organisatorische Verantwortung, etwa 1977 mit dem ersten Bretagne-Folkfestival in Saarbrücken, und etablierte sich damit nicht nur als Ensemble, sondern auch als kulturvermittelnde Kraft. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/die-geschichte/))

Die professionelle Entwicklung der Gruppe verlief über lange Zeiträume und mit klaren Etappen. Schon Anfang der 1980er Jahre entstanden die ersten Tonträger, ab 1983 folgten regelmäßige Konzertreisen ins europäische Ausland, darunter Österreich, Italien, die Schweiz, Frankreich und Dänemark. Diese internationale Präsenz formte die Bühnenpräsenz von An Erminig und gab der Gruppe die Möglichkeit, bretonische Musik im Dialog mit anderen Folk-Szenen zu verankern. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/die-geschichte/))

Die 1990er und 2000er Jahre markieren eine Phase der künstlerischen Reife. Neben der Veröffentlichung weiterer Produktionen übernahm die Band Festivalarbeit, leitete Veranstaltungsreihen und trat als musikalische Vertreterin des Saarlandes auf. Solche Stationen zeigen eine Musikkarriere, die nicht auf kurzfristige Trends setzt, sondern auf Ausdauer, Repertoirepflege und kulturelle Vermittlung. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/die-geschichte/))

Musikalische Entwicklung: Recherche, Tradition und Eigenkomposition

Der besondere Rang von An Erminig liegt in der Art, wie die Gruppe sich ihre Kenntnisse der bretonischen Musik erarbeitet hat. Die Bandmitglieder vertieften ihr Wissen durch eigene Recherche, Tanzkurse sowie Workshops und Unterricht bei renommierten Musikerinnen und Musikern der Szene, insbesondere bei Yann-Fañch Kemener und Künstlern aus dem Umfeld von Barzaz, Gwerz, Skolvan oder Gwenva. Das Ergebnis ist keine bloße Nachahmung, sondern eine historisch informierte, lebendige Interpretation bretonischer Tradition. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/die-gruppe/))

Das Konzertprogramm umfasst traditionelles bretonisches Liedgut, Balladen im Stil der Gwerz sowie den Wechselgesang Kan ha diskan, wobei der Schwerpunkt klar auf traditioneller Tanzmusik liegt. Die musikalischen Ursprünge reichen zu den Reihen- und Rundtänzen des Fest-noz, jener bretonischen Tanzpraxis, die seit 2012 als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe gilt. Dadurch erhält das Repertoire eine soziale und kulturelle Dimension: Es ist nicht nur musikalische Darbietung, sondern gelebte Bewegungstradition. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/die-gruppe/))

Gerade diese Verbindung aus Tradition und Eigenanteil macht die Gruppe spannend. An Erminig verarbeitet musikalische Eindrücke aus Bretagne-Reisen, Begegnungen mit der internationalen Folkszene und kontinuierlicher Konzertpraxis zu einer eigenen Mischung aus traditionellen Elementen und Eigenkompositionen. In der bretonischen Musik bleibt Authentizität hier kein Schlagwort, sondern ein Ergebnis sorgfältiger Arbeit an Arrangement, Rhythmus und Stilgefühl. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/die-gruppe/))

Diskographie: Fünf Jahrzehnte Klangarbeit

Die Diskographie von An Erminig zeigt eine klare Entwicklung über Jahrzehnte hinweg. Zu den wichtigsten Veröffentlichungen zählen Breizh, Trouz, Tennadeg, Gourlen und Plomadeg. Schon die Titel verweisen auf eine tiefe Verwurzelung in der bretonischen Sprache und Kultur, während die Programmpunkte der Alben die stilistische Bandbreite zwischen Tanz, Ballade und instrumentaler Form deutlich machen. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/An_Erminig?utm_source=openai))

Die offiziellen Bandseiten dokumentieren für Plomadeg und Gourlen konkrete Tracklists und Besetzungen, was den dokumentarischen Wert der Diskographie unterstreicht. Für Plomadeg werden unter anderem Titel wie „Duhont“, „Cybra“ und „Triste Menage“ genannt; für Gourlen Stücke wie „La Courte Paille“, „Côtes Celtiques“ oder „Gwerz Penmarc’h“. Diese Alben stehen exemplarisch für den Ansatz der Gruppe, musikalische Form, Sprache und regionale Erzähltradition zusammenzuführen. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/discographie/))

Auch die Besetzung ist für die Klangsignatur der Gruppe entscheidend. Auf der offiziellen Discographie-Seite erscheinen Instrumente wie keltische Harfe, Holzquerflöte, Bombarde, Akkordeon, schottischer Dudelsack, Geige, Drehleier, Gitarre, Bass und Perkussion. Gerade diese Vielfalt verleiht der Musik die charakteristische Mischung aus melodischer Feinheit, rhythmischer Energie und tanzbarer Direktheit. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/discographie/))

Kritische Rezeption: Authentizität, Szene-Anerkennung und Festivalrelevanz

Die Rezeption von An Erminig betont immer wieder die Authentizität ihrer bretonischen Musik. Eine Konzertankündigung beschreibt die Gruppe als in Deutschland einzigartig in ihrer stilistischen Nähe zur Bretagne und verweist darauf, dass die Mitglieder regelmäßig in der Bretagne touren und mit dem bretonischen Label Coop Breizh verbunden waren. Solche Hinweise zeigen, dass die Band nicht nur als lokale Folkgemeinschaft wahrgenommen wird, sondern als ernstzunehmende Interpretin einer spezifischen musikalischen Tradition. ([kuk-bad-wuennenberg.de](https://www.kuk-bad-wuennenberg.de/folk-am-turm/2011/?utm_source=openai))

Weitere Quellen heben hervor, dass An Erminig seit Jahrzehnten für kontinuierliche Arbeit an der bretonischen Musik steht und zugleich offen für innovative Einflüsse bleibt. Besonders die Verbindung von Tanzrepertoire, Balladen und erzählerischen Programmen wurde wiederholt als Stärke beschrieben. Damit positioniert sich die Gruppe an einer Schnittstelle zwischen Folklorepflege, Bühnenkunst und kultureller Vermittlung. ([music.apple.com](https://music.apple.com/fr/artist/an-erminig/1497304208?utm_source=openai))

Auch aktuelle Ankündigungen stützen diese Wahrnehmung. Für 2025 und 2026 verweist die offizielle Website auf das 50-jährige Bandjubiläum sowie auf das Jubiläumsprogramm TRUG, das markante Titel aus fünf Jahrzehnten bündeln soll. Zudem wurden 2025 neue Bildfilme zu Plomadeg und Gourlen vorgestellt, was die fortdauernde Aktivität und die gepflegte Pflege des Katalogs dokumentiert. ([an-erminig.de](https://www.an-erminig.de/))

Aktuelle Projekte und Veröffentlichungen

Die Gegenwart von An Erminig ist klar auf das Jubiläumsjahr ausgerichtet. Die offizielle Website kündigt für 2025 ein Geburtstagsprogramm mit Jubiläumskonzerten an und stellt das Programm TRUG in den Mittelpunkt der Aktivitäten bis Ende 2026. Parallel dazu werden die jüngeren Programme Plomadeg und Gourlen in Bildfilmen und Konzertkontexten weitergeführt. ([an-erminig.de](https://www.an-erminig.de/))

Hinzu kommt, dass die Gruppe weiterhin als Konzertensemble aktiv bleibt und ihr Repertoire für Veranstalterinnen und Veranstalter dokumentiert. Die Mischung aus Rückblick und Aktualität verleiht der Band eine seltene Kontinuität: An Erminig arbeitet nicht mit nostalgischem Abstand, sondern mit lebendiger Gegenwart an einer Musik, die historisch verwurzelt und zugleich bühnentauglich bleibt. ([an-erminig.de](https://www.an-erminig.de/))

Kultureller Einfluss: Bretagne zwischen Saarland, Lothringen und Europa

An Erminig hat die bretonische Musik im deutschsprachigen Raum sichtbar gemacht und über Jahrzehnte kulturell vermittelt. Die Gruppe trat auf zahlreichen Festivals auf, war im Rundfunk und Fernsehen präsent und erweiterte ihr Publikum durch Tourneen in Europa. Ihre Rolle als kulturelle Brückenbauerin entsteht aus genau dieser Mischung aus Sachkenntnis, musikalischer Disziplin und regionaler Verankerung. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/die-gruppe/))

Besonders wichtig ist dabei die Einbettung in die Fest-noz-Tradition. Wenn An Erminig Tanzmusik spielt, dann nicht als dekoratives Zitat, sondern als Verbindung von Bewegung, kollektiver Erinnerung und musikalischer Form. Diese Haltung erklärt, warum die Gruppe seit 50 Jahren Bestand hat: Sie arbeitet mit Tradition, statt sie zu musealisieren. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/die-gruppe/))

Auch die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Alan Stivell und Dan Ar Braz sowie die Beteiligung an bretonischen und deutsch-französischen Kulturprojekten zeigen die Reichweite der Band. An Erminig ist deshalb mehr als eine Folkgruppe: Sie ist Teil einer lebendigen Kulturlandschaft, die Sprache, Musik und Tanz über Grenzen hinweg verbindet. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/die-geschichte/))

Fazit: Warum An Erminig bis heute fasziniert

An Erminig fasziniert, weil die Gruppe über fünf Jahrzehnte hinweg eine klare künstlerische Linie verfolgt: tief recherchiert, stilistisch präzise und zugleich publikumsnah. Ihre Musik verbindet bretonische Tradition, Fest-noz-Energie und deutsche Folkgeschichte zu einer eigenständigen Handschrift. Wer An Erminig hört, erlebt nicht nur ein Konzert, sondern ein Stück europäischer Kulturgeschichte in Bewegung. ([50jahre.an-erminig.de](https://50jahre.an-erminig.de/die-gruppe/))

Gerade live entfaltet diese Musik ihre volle Kraft. Die Bühnenpräsenz der Gruppe, die rhythmische Spannung der Tänze und die erzählerische Tiefe der Lieder machen An Erminig zu einer Formation, die man nicht nur kennen, sondern erleben sollte. Wer bretonische Musik mit Charakter, Herkunft und musikalischer Substanz sucht, findet hier eine Band mit bleibender Strahlkraft. ([kuk-bad-wuennenberg.de](https://www.kuk-bad-wuennenberg.de/folk-am-turm/2011/?utm_source=openai))

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Quellen: